Bernd Selle (als Gast)


Bernd Selle zeigt in seinen Arbeiten Form und Farbe in ihren energetischen Qualitäten. Seine Malerei ist über das schwingungsmäßig Atmosphärische zu verstehen. Fernab aller Narration bringen Selles Gemälde Rhythmus, Harmonie und Muster und Fläche als ein inneres Zusammenspiel des Formalen zu tiefem Einklang. Diese sinntragenden Ordnungselemente offenbaren sich in der Malerei wie in der Musik; sie strukturieren auch die uns bekannte Erscheinungswelt. So entstehen die Bilder in einem ekstatisch, spielerisch-spontanen Malprozess; am ehesten vergleichbar mit dem selbstvergessen hingebungsvollen Hören von Musik.

In einer offenen meditativen Schau fernab von Konzepten des Verstandes kann der Betrachter jedes seiner Gemälde mit kindlicher Entdeckungsfreude spielerisch ergründen. Er kann einem fein abgestimmten Farbauftrag lustvoll folgen, räumliche Konstellationen entdecken, ein lichtes Farbspektrum sowie den Klang des Kolorits empfinden. Farbliche und grafische Strukturen erscheinen wie wesenhafte Charaktere und assoziieren Phänomene des Mikro- und Makrokosmos, wie Satellitenbilder von Landschaften der Erde, Universum, Lebewesen aus der Tiefsee oder Blicke durch das Elektronenmikroskop. 

Ozeania

Die Werkreihe „Ozeania‟ lässt Anspielungen auf das Meer und seine Lebewesen zu. Grafische Strukturen sind zu erkennen, die an Quallen und andere Wesenheiten des Ozeans erinnern. Der Titel jedoch ist nicht nur im Sinne des Ozeans, des allgemein bekannten Meeres, zu verstehen. „Ozeania“ spielt als Metapher vielmehr auf die spirituellen Vorstellungen des Meeres als Geburtsort allen Lebens im erweiterten Sinne an. So zeigen die Gemälde einen ausschnitthaften Blick in Welten aus Licht, Klang und Muster, in denen Formen- und Lichtphänomene ein wesenhaftes Eigenleben führen. Dieses Eigenleben steigert sich durch schöpferische Prozesse, durch einen dynamischen Fluss aus Werden und Vergehen, in ständig währender Wandlung und Gestaltbildung zu immer höherer Komplexität. 


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